Die "Insel der Seligen" geht unter.
Eine Analyse des IIDZ - Teams.
Jetzt lässt sich so manches nicht mehr verleugnen. Die "Heile Welt" der Österreicher gibt es nicht mehr. Schmierereien,
Bombenpakete, Brandsätze und jede Menge an verbalen Attacken gegen die Muslime lassen sich nicht mehr als Einzelfälle verharmlosen.
Diesmal war die Muslimische Jugend der Adressat. Gott sei Dank, nichts passiert. Zur Tagesordnung können wir aber deshalb noch lange
nicht übergehen. Die Blauäugigkeit der Behörden, die Beschwichtigungen der Politik und die Lobgesänge der Islamischen
Glaubensgemeinschaft über die wunderbaren Verhältnisse in Österreich, sind der Schnee vom vergangenen Jahr.
Jetzt die Sache als "sehr ernst" einzustufen, zeigt jede Menge an Unfähigkeit und Hilflosigkeit. Die Schuld auf die bösen Buben
in der FPÖ und beim BZÖ zu schieben, weil sie ja einen gar so garstigen Wahlkampf betreiben, geht ebenfalls ins Leere.
Aber genauso wäre es falsch und irreführend von weinigen oder vereinzelten "Wirrköpfen" zu sprechen. Die Grundstimmung ist nun einmal
nicht gut gegenüber den Muslimen. Der Standardsatz des gelernten Österreichers beginnt ja immer so:
"Ich habe ja nichts gegen die Moslems, aber ...
Zuerst die Gutmenschen - Masche und dann das unvermeidliche "Aber". Ganze Bände könnte man füllen mit diesem "Aber".
Und nicht alles davon ist unsinnig oder falsch. Eher das Gegenteil. Da gibt es schon jede Menge an Argumenten, welche wir
(Muslime) uns selber eingebrockt haben. Die Integrationsunwilligkeit ist nur eine davon. Doch kaum wurde dieser Vorwurf vor einiger
Zeit erhoben worden, war Feuer am Dach. Aber nicht etwa um die Verhältnisse zu verbessern, sondern allein um die Behauptung der
Integrationsunwilligkeit zu Fall zu bringen. "Gibt's nicht" oder "Integrationsunwillig - wir nicht!" hat es da geheißen.
Und damit war die Welt schon wieder in Ordnung. Dass sie es aber wirklich nicht ist, beweist der jüngste Vorfall in Wien.
Andererseits kann und soll man dem Österreicher seine latente Ausländerfeindlichkeit schon vorwerfen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem muss man hier gerechterweise gleich wieder relativieren. Denn diese Ausländerfeindlichkeit findet in den meisten Fällen im so genannten "Grantln" ihren Ausdruck. Waren es einmal die "Tschuschen", so sind es eben jetzt die Moslems. Und einige sehen sich dann halt als "Vollstrecker" und basteln Bomben und Brandsätze.
Es gibt viel zu tun, auf beiden Seiten. Die Eskalation der Situation zeigt uns aber nur zu gut, dass die bisher beschrittenen Wege,
wenig zielführende waren. Das Allheilmittel "Dialog" hat seine Wirkung schon längst verloren, zu oberflächlich und zu großzügig ist
damit umgegangen worden. Ähnlich dem Penizillin ist der Dialog schon lange nur mehr begrenzt einsetzbar, weil die Mehrheitsbevölkerung
gegen leere Worte und Beteuerungen immun geworden ist. Die Taten haben einfach gefehlt. Sichtbare und greifbare Bemühungen samt
Ergebnissen, wieder auf beiden Seiten. Jetzt ein neues "Medikament" zu finden wird schwierig sein.
Darum sollte der anklagende
Zeigefinger der Muslime umgedreht und auf das eigene Ich gerichtet werden. Die fünf Prozent, welche die Muslime hier in Österreich
ausmachen, werden die restlichen 95 Prozent nicht umerziehen. Hier wäre es wahrlich besser, als verlässliche, liebenswerte Mitbürger
zu punkten. Vorbild und Maßstab zu sein ist naturgemäß eine der schwierigsten Aufgaben im Leben. Aber nur so können Vorurteile und
Ausgrenzungen überwunden werden.
Es gibt so wenige Punkte bei denen sich Muslime von den Österreichern, aus Glaubensgründen, unterscheiden müssen. Diese würden nicht
sonderlich auffallen, wenn da nicht unzählige andere und vor allem unangenehme Erscheinungen wären. Nach weit über 40 Jahren
Einwanderung, nach 25 Jahren Glaubensgemeinschaft können uns zum Beispiel die Rechtspopulisten auf ihren Wahlplakaten "Nix verstehen!"
vorwerfen. Eine ungeheuere Schande für uns alle und leider nicht die einzige. Hier haben die islamischen Verantwortlichen "großartig"
versagt und die Gläubigen sind ihrem Glauben nicht gerecht geworden, der ihnen das Menschsein und dazu gehört nun einmal das
Zusammenleben, in seiner besten Art vorschreibt.
Kein Pardon für die ewig Gestrigen und Unbelehrbaren auf der anderen Seite, aber auch kein Pardon für die Lauen, Laxen und
Unwilligen auf unserer Seite.
IIDZ - Team
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