Von allen Seiten hört man Aufforderungen zum Dialog. Gemeint ist der Dialog zwischen dem Islam und den anderen. Zwischen den
anderen und dem Islam. Reden, nicht streiten, reden, nicht kämpfen! Durch das Reden kommen die Leute zusammen, heißt es so schön
und so gut österreichisch. Aber wie verlaufen den solche Dialoge? Wird da etwa versucht, Konflikte zu lösen, oder tauscht man
lediglich Höflichkeiten aus?
Leider bleibt es beim Austausch von Höflichkeiten, den niemand will den anderen verprellen. Die Gesprächspartner der Muslime legen meistens eine nicht zu übersehende und überhörende Scheu an den Tag und die Muslime ihrerseits heucheln Friedfertigkeit, Zufriedenheit und Anpassungswillen. Und so geht man, oder besser gesagt fährt man, genauso zweigleisig aus dem Gespräch wieder hinaus, wie man hinein gekommen ist. "Schmusestunden" hat dies der bekannte Politikwissenschaftler Basam Tibi einmal sehr treffend genannt. Es stellt sich aber die Frage, wie lange können es sich beide Seiten noch leisten, sich gegenseitig Honig ums Maul zu schmieren. Es müssen einmal klare Worte fallen, klare Worte zugunsten der Demokratie und der Trennung zwischen Kirche und Staat. Zwischen Islam und Staat.
Die geübte Praxis im Islam, von vielen als zwingendes islamisches Recht (Scharia) angesehen, dass es keine Trennung geben darf, führt zum Fundamentalismus mit allen seinen negativen Erscheinungsformen. Die Bandbreite erstreckt sich da von der Ablehnung des eigenen Staates bis hin zu terroristischen Aktivitäten. Wer in diesem Staat seinen Aufenthalt und seinen Lebensmittelpunkt hat, muss fundamentalem Gedankengut eine Absage erteilen. Aus tiefster Überzeugung und nicht nur als Lippenbekenntnis. Sämtliche Vereine, Organisationen und Gemeinschaften, welche in ihrem Namen das Wort "Islam" oder "Islamisch" führen, sind aufgerufen, ihren Anhängern und Mitgliedern die Werte einer demokratischen Rechtsordnung nahe zu bringen und sie von Aussagen islamischer Agitatoren zu warnen. Diese "predigen" nämlich die Null- und Nichtigkeit europäischer bzw. westlicher Normen. Doch es ist unser Haus, unser Staat, der da ohne unser Wissen und Wollen umgebaut werden soll. Davor müssen wir uns schützen und uns nicht mit billigen, gekünstelten Wortspenden abspeisen lassen. Klare Worte zu einem klaren Problem.
Es gibt genug Wege, welche sowohl islamisch, als auch westlich, demokratisch zu begehen sind. Es gibt Menschen die diese Wege aufzeigen wollen, aber meistens angefeindet und letztendlich mundtot gemacht werden. Von einer erschreckend großen Mehrheit der Muslime.
Europa wächst zusammen. Aber darin wächst auch, wie ein Geschwür, der Fundamentalismus der Muslime. Sind sie zum Teil jetzt schon wirtschaftlich in den Schatten gedrängt und die Ostöffnung mit der kommenden Wanderbewegung williger und billiger Arbeitskräfte, wird noch einiges zur wirtschaftlichen und kulturellen Ausgrenzung beitragen. Die Ostarbeitskräfte werden sich weder im Aussehen noch in der Religion wesentlich von den Einheimischen unterscheiden. Sie werden gut bis sehr gut ausgebildet sein und meistens auch gut Deutsch sprechen. Die jetzt schon bestehenden muslimischen Ghettos werden dann noch mehr Zulauf erhalten und darin wird der Fundamentalismus eine gewaltige Stärkung erfahren. Es ist fünf vor zwölf und um Mitternacht wird wie zu Silvester, einiges explodieren. Verlassen wir den Schmusekurs und reden wir Klartext, auch wenn es ein wenig schmerzen sollte.
Damit keine Irrtümer zustande kommen, ich bin selbst Muslim und mir liegt das Wohl meiner Glaubensbrüder und Schwestern sehr am Herzen. Ich bin auch einer von denen, welche mundtot gemacht werden sollten. Wie Sie sehen, es gelingt nicht. Für Vorträge, Fragen und Gespräche stehe ich gerne zur Verfügung.
Traun, 6. Jänner 2003
Günther Ahmed Rusznak