11. Mai 2007: Zur Integration der Muslime auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft

I.

Laut einer Studie des Wiener Instituts für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) werden in Österreich im Jahr 2050 zwischen ein und zwei Millionen Moslems leben. Das sind 14 - 26 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Bei den Jugendlichen in Wien wird schon im zweiten Quartal dieses Jahrhunderts die Mehrheit muslimisch sein. Die muslimische Bevölkerung hat die bei weitem größten Steigerungsraten. In Gesamteuropa leben derzeit rund 55 Millionen Moslems.


II.

Eine erfolgreiche Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik hängt entscheidend auch von bildungs- und kulturpolitischen Maßnahmen ab. Vor allem zwei Punkte hält das IIDZ für wichtig:
1.) Zuerst muss man sich über alle islamischen Strukturen informieren und diese genau kennen lernen. Vollständige Unterlagen gibt es darüber nicht.
2.) Das Erarbeiten von Zielvorstellungen, die sich in der Etablierung von Bildungs- und Berufswegen niederschlägt.

III.

Das IIDZ hat ein sehr gutes Verhältnis zu allen islamischen Organisationen. Ohne Einbindung aller Muslime wird die Integration scheitern. Zielsetzung ist es in der ersten Phase zuerst mit allen islamischen Organisationen an einem runden Tisch zu sitzen und gemeinsame Lösungen und Programme auszuarbeiten. Eine wichtige Arbeit wird darin bestehen die Erwartungen des Staates zu übermitteln. Daraus entwickelt sich ein Diskussionsprozess um eine gemeinsame Ideensammlung zu finden.
Dieser Prozess endet mit Handlungsempfehlungen um geeignete Integrationsmaßnahmen für die Muslime zu starten.

IV.

Alle bisherigen Förderungs- und Forschungsprojekte haben keinen ganzheitlichen Einblick in die vielfältigen Unterschiede (ethnisch, Gesellschaft, Tradition, Familie, Beruf, Frauenrechte, Religion, etc.) gegeben, die sich hinter den islamischen Strukturen verbergen.
Das hat mehrere Gründe:
1.) Der Zugang zu den verschiedenen muslimischen Gruppierungen ist oft nur Insidern möglich.
2.) Für fundierte Kenntnisse bedarf es eines anderen Zugangs zur Materie, der sich nicht nur wie bisher an formalisierten Daten orientiert, sondern aus internen Kenntnissen bezüglich der Lebensart, Familienbindung und gesellschaftlichen Ausrichtung schöpft.
3.) Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ist allein nicht der richtige Ansprechpartner für alle Probleme der Muslime, da sich von mehr als 400.000 Muslimen nur etwa 0,5 % an den letzten Wahlen beteiligt haben und nur rund 1 % wahlberechtigt sind.
4.) Man muss sich mit allen islamischen Organisationen (Vereinen, Verbänden, etc.) zusammensetzen und reden.

V.

Um fundierte Kenntnisse, einen echten Zugang zu den islamischen Gruppierungen und eine Integration auf breiter Ebene zu erlangen schlägt das IIDZ unter anderem vor:
1.) Erfassung aller Muslime in Österreich. Statt im Jahr 2011 nur eine Registerzählung durchzuführen sind eine Volkszählung und eine Berücksichtigung des Mikrozensus unbedingt notwendig.
2.) Die Integration der Muslime eines bestimmten islamischen Vereines begünstigt aufgrund der unterschiedlichen Strukturen nicht in jedem Fall die Integration der Muslime von anderen islamischen Vereinen. Alle Muslime müssen eingebunden werden in der Konzepterarbeitung. Das ist der beste Weg um sie zur verstärkten Mitarbeit und Integration zu bewegen.
3.) Man muss die Muslime kennen lernen und verstehen, um sie integrativ mit der gewachsenen Mehrheitsgesellschaft zu verbinden. Eine Expertengruppe könnte z.B. jede islamische Organisation mit einem Fragenkatalog besuchen der von den Muslimen beantwortet wird.
4.) Man bildet Arbeitsgruppen und Ausschüsse, um ein nachhaltiges Ergebnis zu erreichen.
5.) Die Förderung des Vertrauens und das Nehmen der Ängste sind sehr wichtig für die Integration. Anbieten eines Forums (Vertrauenspersonen, Nutzung des Internet, etc.) wo sich die Muslime für den Arbeitsmarkt bewerben können.

VI.

Wir haben die Chance, die gesellschaftlichen Verbindungen zwischen der mitteleuropäischen Kultur und den Muslimen zu fördern.

Kontakt:
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