Studie des Innenministeriums:
45 Prozent der Moslems nicht integrationswillig

Die Innenministerin "plauderte" mit der "Tiroler Tageszeitung" über eine Studie, welche erst veröffentlicht werden würde und den o.a. Inhalt habe. Was sie sagte ließ sofort die Wogen hoch gehen.
Von der Gegenseite war sofort von Diffamierung bis hin zu besorgniserregend und verantwortungslos die Rede. Die Moslems seien doch gar nicht so. Die Ministerin sei an allem schuld - Versagen und Versäumnis - Stimmungsmache und nicht nachvollziehbar - all das kam von Opposition, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und einer Vorfeldorganisation der Glaubensgemeinschaft.
Hat die Innenministerin wirklich Unrecht? Wir meinen: NEIN!


Als Insider haben wir es gewusst. Wir haben auch ohne aufwändige Studie, sozusagen über den Daumen gepeilt, rund die Hälfte der Muslime als integrationsunwillig eingestuft. In einer Pressekonferenz am 4.4.06 habe ich in meiner Funktion als Generalsekretär des "Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich (IIDZ - Austria)", von "Feuer am Dach" gesprochen. Ähnlich der jetzt ins Spiel gebrachten "Zeitbombe" von Frau Prokop. Es wäre uns bedeutend lieber gewesen, wir hätten uns geirrt. Zu Gunsten der Muslime versteht sich.

Als Antwort ist aber dann die "Islamkonferenz" unter der Federführung des Außenministeriums über uns herein gebrochen, bei der Österreich hinsichtlich des Islam, als Vorzeigemodell und als Vorbild für Europa hoch gepriesen wurde. Also was jetzt? Wir wussten und wissen was Fakt ist und jetzt weiß es die Innenministerin. Heftig bestritten von der Opposition, heftig bestritten von der "Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich". Diffamierung, Rassismus, Islamophobie, Wahlkampf - Stimmungsmache u.ä. stehen wieder im Raum, wenn es darum geht, Dinge schön zu reden, eine "Heile Welt" vorzugaukeln. So wie jetzt der Lateinamerika - Gipfel wenig bis nichts gebracht hat, so hat uns die Islamkonferenz, außer schönen Worten, nichts gebracht.

Der drohenden Fundamentalisierung in Österreich wolle die Innenministerin mit verstärktem Dialog begegnen. "Dazu werden wir die Vertreter aller Religionsgemeinschaften einbinden" sagt Prokop. Da wird ja wohl wieder nur die "Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich", als alleinige und offizielle Vertretung aller Muslime gemeint sein. Was hätten die anderen wohl damit zu schaffen. Und den Dialog mit diesen Herrschaften sollte die Innenministerin nun wohl schon kennen. Schönreden bis zum Abwinken. Nicht mehr und nicht weniger. Darin hat die Glaubensgemeinschaft schließlich Übung. Seit nunmehr fünfundzwanzig Jahren. Das Ergebnis: Die Studie des Innenministeriums!

Der Fundamentalisierung ist nicht mit Dialog zu begegnen, obwohl er auch dazu gehört. Hier bedarf es schon ein wenig mehr als "frommer" Worte oder einem wundersamen Wunschdenken. Hier ist die Arbeit an der Basis gefragt, welche z.B. von uns tagtäglich gemacht wird. Vom Reden zum Handeln. Geredet ist schon genug geworden, gehandelt viel zu wenig.

Es ist irgendwie schon erschütternd, wenn eine vier Prozent Minderheit, gemeint sind die Muslime in Österreich, am laufenden Band in den Medien mit Negativnachrichten auffallen. Die Schuld dann auf die anderen zu schieben ist ja relativ einfach. Schon mit einigen Schlagworten, sehr beliebt ist ja die schon erwähnte "Islamophobie", wird jedes vernünftige Argument der Gegenseite beiseite gewischt. Wenn dann andere Stereotypen (Rassisten, Nazis usw.) fallen, ist der Dialog ohnehin schon zu Ende. Die andere Art von Dialog geht den Weg des geringsten Widerstandes, das heißt nichts anderes als sich gegenseitig Honig ums Maul schmieren. Alles OK, keine Probleme, ihr seid lieb, wir sind lieb. Schmusestunden und nichts anderes.

Hier sollte sich die Ministerin einmal fragen, ob sie wirklich mit den richtigen Leuten spricht?

Nachtrag: Bewundernswert war die Ernsthaftigkeit des Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi, als er in der ZIB 2 von einer 95%igen (!) Integrationsbereitschaft der Muslime in Österreich sprach. Da hätten sich die "Macher" der Studie um satte 40% geirrt und wir um nicht mehr oder weniger als um 45 Prozent.
In unserem Verein sitzen Leute, welche Tag für Tag mit den Muslimen in Kontakt sind, sie wissen um was es geht und bei der Studie des Innenministeriums waren Islamexperten und Rechtswissenschaftler zuständig.
Die Frage dazu: Gibt es bei der Glaubensgemeinschaft schon so etwas Ähnliches wie die päpstliche Unfehlbarkeit oder sind ihre Gegner schlicht und einfach lauter Idioten?
Es sind ja nicht zum ersten Mal die Rufe nach einem Rücktritt von Al-Rawi & Co. laut geworden. Diesmal sind sie wohl berechtigter den je.

Günther Ahmed Rusznak
IIDZ- Generalsekretär

Kontakt:
0699 / 884 658 04
rusznak@iidz.at