10. September 2007: Schakfeh: "Wir brauchen mehr Moscheen" Ein billiges Ablenkungsmanöver!

Die Geschichte baut sich eigentlich ganz logisch auf. Im Vorfeld geht Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich mit der Forderung nach mehr Moscheen an die Öffentlichkeit. Aber …es gäbe im Augenblick ohnehin keinerlei Pläne für die Errichtung von Moscheen und Geld sei auch keins vorhanden. Da weiß scheinbar in der Glaubensgemeinschaft die linke Hand nicht was die rechte macht. Die Rechte Hand des Chefs (Schakfeh), nämlich seine Medienreferentin (A. Baghajati), posaunt einige Tage später in die Welt hinaus, dass in Linz doch etwas im Entstehen sein könnte, was sich bei näherer Betrachtung aber als Potemkinsches Dorf herausstellt. Die ganze Angelegenheit wäre trotzdem medial keinen Pfifferling wert, wenn da nicht der Widerpart aller Muslime in der Gestalt eines Jörg Haiders, seines Zeichens Landeshauptmann von Kärnten, das berühmte "Schäuferl" nachlegen würde. "Bauverbot für Moscheen" verkündet er, zumindest einmal für Kärnten und dann für ganz Österreich. Ein Kopftuchverbot reicht er als Draufgabe einige Tage später nach.

"Skandal" - ruft die erste und zweite Garnitur in der Glaubensgemeinschaft, die roten Beschützer stimmen mit ein. Die Emotionen gehen hoch und das in den letzten Zügen liegende mediale Sommerloch wird von den Medien schnell noch einmal gestopft.

Ein Verfassungsjurist sagt dann das einzig Vernünftige: "Ein Bauverbot für Moscheen wäre ungesetzlich!" Kein Skandal, kein Wirbel, der Theaterdonner wäre verhallt, noch ehe er entstanden wäre, hätte man auf diesen Mann gehört. Aber das war ja nicht der Sinn der Sache.

Und jetzt kommen wir zum erwähnten Ablenkungsmanöver. Gäbe es da nicht gewaltige Probleme in und mit der Glaubensgemeinschaft, dann wäre diese plötzliche Betriebsamkeit in einen verlängerten Urlaub aller Beteiligten umgewandelt worden und kein Wörtchen wäre an die Öffentlichkeit gelangt. Was hat nun diese erstaunliche Betriebsamkeit ausgelöst?

Nahezu zwei Jahre überfällig sind die Wahlen für die Gremien der Glaubensgemeinschaft. Die neue Verfassung der IGGiÖ sollte da noch abgewartet werden um dann mit kommunistischen Zahlenspielereien, 98 bis 100 Prozent die Wiederwahl von Anes Schakfeh zu gewährleisten.
Das Islamische Informations- und Dokumentationszentrum Österreich (IIDZ - Austria) hat aber schon zum wiederholten Mal vor dieser Farce gewarnt und diese Warnung auch durch ein Rechtsgutachten untermauert. Durch das zuständige Ministerium wird Schakfeh & Co. nicht so schnell die auf ihn exakt zugeschnittene neue Verfassung abgesegnet bekommen. Außerdem hat das bisher geduldige Wählerpotential - es kann nicht oft genug gesagt werden - maximal 1 (ein) Prozent der Muslime in Österreich - die Nase gestrichen voll von den Umtrieben innerhalb der Glaubensgemeinschaft, so dass auch hier mit erheblichen Widerstand zu rechnen ist. Also wird die Wahl nochmals verschoben, zum wievielten Mal lässt sich schon gar nicht mehr eruieren und andere Themen an die Öffentlichkeit gebracht.

Die Forderung nach neuen Moscheen gilt dabei als das noch am meisten Erfolg versprechende Thema und wird, wie man gesehen hat, umgehend vom Kärntner Landeshauptmann aufgegriffen und natürlich auch von einer breiten Öffentlichkeit heiß diskutiert.

Also, Herr Schakfeh, Themenwechsel, wann kommt nun die nächste Wahl? Wann können die Muslime in die bis jetzt geheim gehaltene neue Verfassung der IGGiÖ Einblick nehmen? Dass die Wahl und die Verfassung rechtlich nicht durchführbar sind, wird Sie ja wohl nicht sonderlich stören. Uns schon, Herr Schakfeh, uns schon! Und wir sind die "restlichen" 99 Prozent der Muslime in Österreich, welche ungesetzlicher Weise überhaupt nicht wahlberechtigt sind. Dann von Alleinvertretung zu faseln ist schon mehr als arrogant.

Doch kommen wir zurück auf Ihre Aussagen hinsichtlich der ohnehin nicht geplanten Moscheeneubauten, der ohnehin nicht leistbaren Kosten. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat ja wohl noch nie eine Moschee errichtet und hat ja wohl auch noch nie finanzielle Mittel dafür bereitgestellt. Das machen schon die islamischen Organisationen und Vereine selbst. Und die unterrichten Sie, wie es scheint recht mangelhaft oder gar nicht. Was wieder ein bezeichnendes Licht auf Ihren Einfluss (Hr. Alleinvertreter) auf diese Gruppierungen wirft. Denn was Sie als Finte bezeichnen, liegt als ziemlich aufwändiger Plan dem IIDZ vor. Dies gilt jetzt einmal für Wien.
Oder: Keine anderen Projekte in Österreich geplant! Wie schaut es mit Graz aus? Ach so, da ist Verschwiegenheit angesagt. Es stehen ja Wahlen vor der Tür. Da wird über so etwas (geplante Großmoschee) nicht geredet. Sie wissen es, wir wissen es.
Und Linz? Da lässt, wie erwähnt, der russische Großfürst Potemkin herzlich grüßen. Für alle Moscheengegner kann also Entwarnung gegeben werden.

Wir haben schon in unserer Presskonferenz am 6. Juli 2007 darauf hingewiesen, dass es ein legitimes Recht der Muslime ist, anständige Gebetsstätten zu besitzen. Wir treten für den Bau von Moscheen und Gebetsstätten ein, aber unter gänzlich anderen Voraussetzungen, als dies bisher geschehen ist. Und eine Grundvoraussetzung wäre ein hohes Maß an Ehrlichkeit.

Noch etwas: "Omar Al-Rawi (SPÖ) will, dass Muslime auch sichtbar werden." So übertitelt "Die Presse" ihren Artikel. Also das verstehe wer immer es auch wolle. Wir können es nicht. Glaubt den irgendwer, dass mit den Bau von Moscheen Muslime sichtbar gemacht werden? Wir müssen uns schon auf andere Weise "sichtbar" machen.

Wenn nämlich die Grundgedanken und die Grundeinstellungen der Muslime nicht von Transparenz, Offenheit, Wille zur Leistung, Beherrschung der Sprache, Anerkennung der Gesetze, Demokratieverständnis und so weiter und so fort, geprägt sind, wird man sie häufig "übersehen" in gesellschaftlichen Belangen und im Wirtschaftleben. Daran können Moscheen und Minarette nichts ändern.

Viele Muslime brauchen hier noch Nachhilfe, welche sie von ihren "Alleinvertretern" seit nahezu dreißig Jahren nicht bekommen haben. Aber wer kann schon Nachhilfe geben, wenn er selbst die Materie am aller wenigsten beherrscht?

Ihr IIDZ - Team br> kontakt@iidz.at