16. Februar 2009: Generalsekretär Rusznak - In eigener Sache:


Nur selten hat sich der Vorsitzende einer anerkannten Religionsgemeinschaft je so disqualifiziert, wie Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), letzten Sonntag (15.2.2209) in der ORF Sendung „Heimat fremde Heimat“. Inhaltliche Kritik am Zustand der IGGiÖ, die, wie eine wissenschaftliche Studie eben gezeigt hat, mehr als berechtigt ist, wird damit abgetan, dass Kritikern, konkret war meine Person gemeint, ihre Zugehörigkeit zur islamischen Religion streitig gemacht wird.

Um das Ungeheuerliche dieser Vorgangsweise zu begreifen, möge man sich doch einmal ausmalen, was davon zu halten wäre, wenn ein geistlicher Würdenträger, innerkatholischen Kritikern mit der Behauptung begegnen würde, sie seien keine Christen.

Zunächst einmal in aller Deutlichkeit und Klarheit: Die Behauptung dass ich, Günther Ahmed Rusznak, kein Muslim sei, ist falsch, widerlegbar und klagbar. Vor 14 Jahren bin ich dem Islam beigetreten und kann im Unterschied zu Schakfeh meine Zugehörigkeit zum Islam durch den Vorweis einer Schahaadah - Bestätigung auch beweisen. Weiters halte ich mich an alle Vorschriften des Islam. Im Gegensatz zu einigen Islamlehrern würde ich zwar nicht so weit gehen, Muslimen, die die fünf täglichen Gebete nicht einhalten, als Nicht-Muslime zu diffamieren – hier würde ich eher von nicht praktizierenden Muslimen sprechen – wohl ist für mich aber klar, dass ich die Gebete sowie das jährliche Fasten, die Enthaltung von Schweinefleisch und Alkohol u.s.w. immer streng eingehalten habe und einhalte. Auch dass ich das Freitagsgebet wöchentlich besuche kann von vielen Muslimen und dem zuständigen Imam bezeugt werden. Hätte es Schakfeh auch nur je der Mühe wert gefunden, die Moscheen in Oberösterreich zu besuchen, könnte er sich davon selbst ein Bild machen.

Als nächstes muss man Schakfeh für seine Worte sicherlich danken, denn sie bestätigen, was ihm schon seit Jahren vorgeworfen wird:

1.) Er weigert sich schlicht auf Kritik, selbst konstruktive, einzugehen, ja er will sie nicht einmal zur Kenntnis nehmen, betrachtet sie von vornherein als persönlich gegen ihn gerichtet und diffamiert die Kritiker. Damit beweist er einmal mehr seine Kritikunfähigkeit.

2.) Er ignoriert schlicht Tatsachen, selbst die evidentesten und offensichtlichsten, wenn sie ihm gerade einmal nicht passen. Möge jeder selbst urteilen, wie verlässlich und glaubwürdig ein solcher Ansprechpartner für Politik und Medien ist.

3.) Er schließt andere Muslime, die nicht nach seiner Pfeife tanzen, schlicht und einfach aus. Die Konsequenz: Fast alle Muslime Österreichs werden von ihrer Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen, müssen es sich aber gefallen lassen, von einem nicht gewählten Präsidenten vertreten zu werden. (Man stelle sich einmal vor, man müsse nachdem man getauft wurde, erst gnädig darum ansuchen, der katholischen Kirche beizutreten.)

4.) Er kennt nicht die islamischen Vereine und Moscheen Österreichs, weil er sie nie besucht und auch keinerlei Presseaussendungen und Nachrichten an sie weiterleitet. Oder besser gesagt: Die meisten Muslime in Österreichs Moscheen kennen Schakfeh nicht, nehmen sofern überhaupt nur als einen unter vielen Vereinsobmännern wahr oder sind gegen ihn eingestellt. Das ist übrigens für jeden Journalisten leicht überprüfbar.

5.) Er orientiert sich an gar keinen Vorgaben, seien sie nun islamisch oder rechtsstaatlich, sondern nützt seine Stellung dafür aus, das zu tun, was er will. So ist übrigens auch die Anstellung unqualifizierter Islamlehrer schlicht und einfach unislamisch und dauerhaft eine Gefahr für unseren Rechtsstaat.

Günther Ahmed Rusznak

Generalsekretär