Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Die Studie der Innenministerin taugt nichts, die Studie der Uni, Wien widerlegt sie.
Lediglich 7 - 8 Prozent der Muslime hätten Schwierigkeiten mit der Integration. Verdächtig nahe an der viel belächelten
Aussage des Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi. Der sprach ja von einer 95%igen
Integrationswilligkeit.
Ja wie geht das denn überhaupt so mit den Studien. Ich erzähle Ihnen da eine (wahre) Geschichte. Ein bekannter
Universitätsprofessor und Rechtsexperte kam vor nicht allzu langer Zeit, in einer sehr aufwändigen Studie zum Schluss, dass es
rechtliche Probleme mit der staatlichen (und stattlichen) Finanzierung von Propagandamaterial (Sekten - CD) der katholischen
Kirche geben würde. Auf dieser CD ist übrigens auch der Islam durch den Kakao gezogen worden. Na wie das halt so ist, habe ich
mit dem zuständigen Mann in Oberösterreich ein Gespräch geführt. Natürlich habe ich die Studie vorgelegt.
Mein Gesprächspartner
war niemand geringer als der Landeshauptmann - Stellvertreter für O.Ö. Franz Hiesl (ÖVP). Und wissen Sie was ich im breitesten
Oberösterreichdialekt (den ich hier leider nicht wiedergeben kann), verbunden mit einem bauernschlauen Lächeln da zu hören bekam:
"Was wollen Sie, wenn es sein muss besorge ich mir ein oder zwei eigene Studien, welche dann genau das Gegenteil behaupten".
Nur mit Mühe konnte mich damals mein Begleiter von einem sofortigen Abbruch des Gesprächs bewahren. Soweit meine Erfahrungen
mit "Studien".
Also macht anscheinend jeder "seine" Studien, seine Gutachten, seine Beliebigkeitserklärungen.
Was auf der Strecke bleibt sind Ernsthaftigkeit und Wahrheit, zumindest was die "Gegenstudien" betrifft.
Und genau diese beiden Punkte wären die Ausgangslage für einen eine konstruktiven Arbeitsbeginn. Weit weg von destruktiven
Abwehrkämpfen, so wie jetzt, nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal, von der Islamischen Glaubensgemeinschaft vorgeführt.
Man rettet sich in Erklärungen, Beteuerungen und Beschwichtigungen. Ohne Ansätze, ohne Ideen, ohne Visionen.
Apropos Visionen. Nach einer Studie (schon wieder) des Wiener Instituts für Demografie der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (OAW) weist die muslimische Bevölkerung in Österreich die bei weitem größten Steigerungsraten auf.
Freut mich als Moslem wirklich. Je nach getroffenen Annahmen machen die Muslime zur Jahrhundertmitte in Österreich 14
bis 26 Prozent (*) der Bevölkerung aus.
Die Freude verfliegt allerdings recht rasch, wenn man die derzeitige Entwicklung als Grundlage für das Jahr 2050 heranzieht.
Wird die Abschottung, die Abgrenzung zur Mehrheitsbevölkerung im selben Ausmaß wie bisher weiter gehen? Werden 10., 15., 16.
Wiener Gemeindebezirk, das Neustadtviertel in Linz u.s.w. so genannte "no go areas" werden? Für die Mehrheitsbevölkerung
versteht sich. Irgendwann ist es nämlich vorbei mit dem "distanzierten Nebeneinender". Die Parallelgesellschaft wird territoriale
Ansprüche stellen und mehr oder weniger freiwillig auch erhalten.
Was von der Politik schon vor rund vierzig Jahren versäumt wurde, nämlich klare Richtlinien zu erstellen, ist von der Islamischen Glaubensgemeinschaft nun seit fünfundzwanzig Jahren ebenfalls nicht in Angriff genommen worden. Die Schläfer am Ballhausplatz und in der Bernardgasse haben von Multikulti geträumt. Schon der kommende Wahlkampf wird für alle Seiten ein böses Erwachen bringen. Den Multikulti ist bis jetzt genauso gescheitert wie die Integration von sicher rund 50 Prozent der Muslime. Und das war jetzt meine Studie. Um "Gegenstudien" wird gebeten.
(*) Hoffentlich kommt nicht auch hier eine Gegenstudie heraus, welche uns arme Muslime bis zum Jahr 2050 gänzlich verschwinden lässt.
Günther Ahmed Rusznak
IIDZ- Generalsekretär
Kontakt:
0699 / 884 658 04
rusznak@iidz.at